Schwangerschaft und Zähne

Die hormonelle Umstellung der Frau während der Schwangerschaft führt auch zu tiefgreifenden Veränderungen in der Mundhöhle.

Der Speichelfluss wird verstärkt und der Säureanteil im Speichel steigt. Viele Frauen leiden zusätzlich an Zahnfleischentzündungen, da das Zahnfleisch stärker durchblutet wird und somit reizbarer ist. Es kommt zu Zahnfleischbluten und in Einzelfällen kann es zu schmerzhaften Zahnfleischwucherungen kommen, die operativ entfernt werden müssen.

Da manche Frauen in der Schwangerschaft an Übelkeit und Erbrechen leiden, kann aggressive Magensäure mit dem Zahnschmelz in Kontakt kommen. Dies verstärkt das ohnehin schon saure Milieu in der Mundhöhle und kann ohne geeignete Gegenmaßnahmen den Zahnschmelz nachhaltig schädigen und zu Karies führen.

Hier unsere Tipps:

  • wer keine Zahnbürste im Mund ertragen kann, massiert Zahnpasta auf Zähne und Zahnfleisch mit dem Finger
  • oft reicht es schon, von der normalen auf eine Kinderzahnbürste zu wechseln
  • nie direkt nach dem Erbrechen Zähne putzen, warten Sie zehn Minuten
  • gegen den schlechten Geschmack nach dem Erbrechen lieber Mundspüllösung verwenden
  • bei Übelkeit erst frühstücken und dann Zähne putzen, nicht nüchtern
  • wer keine Zahnpasta vertragen kann, putzt nur mit der Bürste und verwendet dann eine Mundspüllösung
  • die Mundspüllösung sollte fluoridhaltig sein
  • Zinkpräparate helfen gegen Brechreiz
  • auch bei Zahnfleischbluten regelmäßig Zähneputzen und die Zahnfleischränder massieren
  • bei starkem Zahnfleischbluten eine weichere Bürste verwenden
  • unbedingt Zahnseide für die Reinigung der Zahnzwischenräume verwenden
  • achten Sie auf Ihre Ernährung! Wenig süße und saure Speisen, lieber vitaminreich mit viel Ballast- und Mineralstoffen

Schwangerschaft und Zahnbehandlung

Notwendige Zahnbehandlungen müssen selbstverständlich auch während der Schwangerschaft durchgeführt werden. Größere Behandlungen und Operationen werden allerdings nur im Notfall vorgenommen.

Eine Lokalanästhesie ist möglich, auch bestimmte Antibiotika können in Ausnahmefällen gegeben werden. Hier sollte aber immer Rücksprache mit dem behandelnden Gynäkologen gehalten werden.
Auf das Bleaching sollte während der gesamten Schwangerschaft verzichtet werden.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel empfiehlt sich eine Behandlung in eher sitzender Position, da in liegender Position größere Blutgefäße im Bauchraum abgedrückt werden können und es zu Schwindelgefühlen bei der Schwangeren kommen könnte.